Humanisierung des Geldes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Für eine neue Ökonomie brauchen wir neue autarke Gemeinwesen. Wir nennen sie „Heilungsbiotope“ oder „Friedensforschungsdörfer“. In ihnen lernt der Mensch wieder, sich seiner Quellen und seiner kosmischen Herkunft bewusst zu werden, die natürlichen Ressourcen seines Lebens tiefer zu entdecken, sie zu schützen, zu würdigen und ihren Wert nachhaltig in sich zu festigen. In solchen Orten entsteht ein gänzlich neues Verständnis von der Ökonomie des Lebens.
Die neue Friedenskultur, die aus dem Zusammenschluss und dem Zusammenspiel dieser Friedenszentren heraus entstehen wird, wird dem Geld eine ganz neue Funktion zuweisen.
Wie finden wir Vorbilder für diese neue Ökonomie?
Es gibt auch in der Natur eine Ökonomie, und diese Ökonomie ist seit Jahrmillionen im Laufe der Evolution entwickelt worden. Wäre es nicht ratsam, uns an dieser Ökonomie ein Beispiel zu nehmen, um eine Ökonomie für die Menschheit zu entwickeln?
Was aber sind die Grundprinzipien der Natur? Wie arrangieren sich die Lebewesen untereinander und mit der Umgebung, um im Kleinen stabile Biotope zu bilden und um im Großen stabile Kreisläufe aufzubauen?

Einige dieser Grundprinzipien sind:
1. Aufbau möglichst komplexer Systeme zur Erreichung höchstmöglicher Stabilität.
2. Zusammenschluss zu Systemen immer höherer Ordnungen durch diese zunehmende Komplexität.
3. Um dies tun zu können, sind alle Systeme in der Natur gegenüber dem Ganzen der Biosphäre offene – und nicht abgeschlossene – Systeme.
4. Sie haben ein hohes Maß an Dezentralisierung und Aufgabenteilung.
5. Symbiose: gegenseitige Unterstützung durch Austausch von „Abfallprodukten“, die für den anderen Nahrung sind.
Ein schönes und einfaches Beispiel hierfür ist unsere Atemluft: Pflanzen „atmen“ Sauerstoff aus und Kohlendioxid ein, Tiere und Menschen tun genau das Gegenteil. Sie brauchen den Sauerstoff, den die Pflanzen ausatmen, und atmen selbst Kohlendioxid aus. Dies ist eine einfache Form von globaler symbiotischer Unterstützung.
6. Keine direkte Äquivalenz von Geben und Nehmen, sondern der Aufbau möglichst großer Energie-, Informations- und Materiekreisläufe zum bestmöglichen Erhalt aller Teilnehmer.
7. Anpassung der Lebewesen an die jeweiligen Umwelt-bedingungen (Flexibilität).

(…)

Wenn wir im Bereich des Geldes oder auch im Bereich unserer Arbeitskraft wieder lernen, uns zu verschenken und uns beschenken zu lassen, dann werden wir es eines Tages auch wieder in dem Bereich lernen, in dem es uns am schwierigsten zu sein scheint, nämlich in der Liebe. Verschenkende Liebe, die aus der Fülle des Herzens heraus schenkt: Das ist wahrer Reichtum, und das ist sicher auch ein Teil der inneren Zielgestalt eines jeden Menschen. (…)“

 

Auszug aus dem Text: „HUMANISIERUNG DES GELDES – Grundlagen einer lebensgesetzlichen Ökonomie“ von Rainer Ehrenpreis