Vom Ego zum höheren Selbst

Vom Ego zum höheren Selbst (Auszüge aus dem Buch „Grace – Pilgerschaft für eine Zukunft ohne Krieg“) Es gibt auf dem Weg viele fatale Fallen, die uns meistens von unserem Ego gestellt werden, denn dieses liegt ständig auf der Lauer, um neue Kriege anzetteln zu können. Es ist das Ego, das sich ständig angegriffen fühlt und kämpft. Es ist das Ego, das in den Kategorien von Angriff und Verteidigung lebt und denkt. Es ist die seit Jahrhunderten traumatisierte Kraft in uns, die süchtig geworden ist nach Leiden, denn davon nährt sie sich. Irgendwann in der Schöpfung ist es geschehen, Mensch oder Menschin trennte sich aus dem Schöpfungsganzen und brachte die Geburt des Egos hervor. Dieser Vorgang ist historisch. Er ist verbunden mit der Trennung des Menschen von der göttlichen Quelle und hat deswegen in sich niemals einen dauerhaften Bestand. Das, was die derzeitigen Kulturen weltweit beherrscht, die Strategien des Krieges, das, was die derzeitige Politik beherrscht, spiegelt sich im Mikrokosmos Mensch, in jedem Individuum. Ich nenne es die Egofalle. Irgendwann in der Schöpfung ist es geschehen, Mensch oder Menschin trennte sich aus dem Schöpfungsganzen und brachte die Geburt des Egos hervor. Dieser Vorgang ist historisch. Er ist verbunden mit der Trennung des Menschen von der göttli- chen Quelle und hat deswegen in sich niemals einen dauerhaften Bestand. Deswegen ist die Identifizierung mit dem Ego immer verbunden mit Angst und Schmerz. Der Beginn liegt fast grundsätzlich darin, dass wir unser höheres Selbst nicht mehr kennen und dass wir uns deswegen nicht wirklich akzeptieren. Wir haben kein vollkommenes Bild von uns selbst. Da tobt ein verletztes bedrohtes Etwas aus der Vergangenheit in uns, das wir Ich nennen. Es lebt von den Blicken anderer und von dem Ringen um ihre Anerkennung, weil es seinen tiefsten Grund verloren hat, seine Heimat und seinen Schutz in der göttlichen Welt. Du fühlst dich nicht gesehen und erkannt und schon beginnst du zu kämpfen. Die Heimkehr zur Quelle bedeutet für das Ego den Tod. Dies ist die Sichtweise des Egos, das noch nicht erkannt hat, dass die Geburt zu einer höheren Gestalt auf es wartet. Wie die Raupe nichts weiß von der Wandlung zum Schmetterling, so weiß das Ego noch nichts von der Geburt zu einem höheren, göttlichen Selbst. (…) Erst wenn du aufgehört hast zu kämpfen, kannst du die alten Muster wirklich verlassen. Ein langer Weg, ein tiefer Weg, ein notwendiger Weg zum inneren Frieden. Sprosse um Sprosse sind wir die Leiter zur göttlichen Quelle höher hinauf gestiegen. Das ist der Christus- punkt in uns. Niemand kann mich verlassen, wenn ich nicht verlasse. Die Liebe bahnt sich ihre eigenen Wege, wenn ich bei der Liebe bleibe. Das führt mal zu mehr Nähe, mal zu mehr Distanz, mal ins Alleinsein, aber niemals in die Verlassenheit. Gott kann dich nicht verlassen. Das ist die tiefste und die neueste Erkennt- nis, die jedem Märtyrertrauma entgegen steht. Denn im tiefsten Inneren bist du nichts anderes als der Stützpunkt Gottes. Und wie sollte Gott sich selbst verlassen können? Alle verzweifelten Versuche, sich mit etwas Anderem zu identifizieren als mit der göttlichen Quelle in uns selbst, kamen nur daher, dass wir Gott in unserem Innern vergessen hatten. Früher oder später werden wir aber dahin zurückkehren müssen. Denn nichts anderes hat Bestand in uns. Ya Azim (Meditationstext zur archetypischen Kraft des höheren Selbstes, zitiert aus einem Buch von Sabine Lichtenfels) Hier könnt Ihr den Text zum Stein  als Audioaufnahme anhören: http://sabine-lichtenfels.com/wp-content/uploads/2018/04/2018-04-23-Vom-Ego-zum-höheren-Selbst.mp3